Über Coby
Ich heiße Sebastian Kober. Coby bin ich seit ich vierzehn war, als ein Kumpel anfing mich King Kobi Koba zu nennen. Irgendwann blieb Kobi hängen. Als ich mit Instagram anfing, zu Zeiten wo Cannabis in Deutschland noch nicht legal war und ein Spitzname keine schlechte Idee war, hab ich Coby draus gemacht. In Respekt vor Kobe Bryant. C-O-B-Y.
So einfach ist das.
Die Küche hat mich geformt
Gelernt hab ich mein Handwerk dort, wo man in Deutschland lernen kann wenn man es ernst meint. Meine Ausbildung hab ich im Wald und Schlosshotel Friedrichsruhe gemacht, unter Lothar Eiermann, einem der Wegbereiter der Nouvelle Cuisine in Deutschland, ausgezeichnet mit Michelin-Stern und 16 Gault-Millau-Punkten. Friedrichsruhe ist bis heute mein Lieblingshotel in Deutschland. Da hab ich verstanden was Kochen wirklich bedeutet.
Danach:
- Weinhaus Becker, Trier — 1 Michelin-Stern
- Hotel Stadt Hamburg, Westerland/Sylt — 5 Sterne Superior
- Hotel Krone, Herxheim-Hayna — Sternekoch Karl-Emil Kuntz, 1 Michelin-Stern, über 32 Jahre ununterbrochen ausgezeichnet
- Wald und Schlosshotel Friedrichsruhe — zurück, diesmal unter Boris Benecke, 1 Michelin-Stern, 16 Gault-Millau-Punkte
- Hotel Seeschlösschen, Timmendorfer Strand — 5 Sterne Superior, Chef Tournant
- Europäischer Hof, Heidelberg — 5 Sterne Superior, Chef de Partie Garde Manger
Alles Häuser in denen Mittelmäßigkeit keine Option war.
Wer ich wirklich bin
Ich bin Jahrgang 84. Mit neun Jahren wurde ich mit ADHS diagnostiziert. 2025 hat die Humboldt Universität Berlin das noch mal bestätigt, diesmal mit einem Zusatz: stark ausgeprägte autistische Merkmale, besonders im Bereich Perfektion, Haptik, Geschmack, Sinne.
Das erklärt einiges.
Warum mich ein falsches Aroma im Essen körperlich stört. Warum ich nicht aufhören kann bis es perfekt ist. Warum ich beim Öffnen eines Einmachglases sofort weiß ob das Terpenprofil erhalten geblieben ist oder nicht.
Ich konsumiere Cannabis seit ich sechzehn bin. Nicht weil ich high sein will, sondern weil es für mich funktioniert. Als Alternative zu klassischen ADHS-Medikamenten. Ich bin überzeugt davon dass Cannabis, wenn man es richtig einsetzt und versteht, dort helfen kann wo andere Mittel versagen. Das ist meine persönliche Erfahrung, keine medizinische Aussage.
Ich bin jemand der immer Gas gibt. Immer Neues lernen will. Immer weiter. Das ist keine Tugend, das ist Verdrahtung. Aber es ist auch der Grund warum dieses Buch existiert.
Der Moment im Wasserbad
2015 hab ich zum ersten Mal eine Kochshow auf Netflix gesehen, wo Köche mit Cannabis kochen. Amerikanische Küchen, CBD-Pulver, THCA-Pulver, Nanoemulsionen. Ich saß da und dachte nur: was habt ihr alle? Das gab es bei uns in Deutschland schlicht nicht.
2021 dann, mitten in Corona, kamen ein paar Jungs auf mich zu. Eine Firma die hochwertige CBD-Blüten vertrieb. Sie wollten dass ich für sie koche. Sie schickten mir Indoor- und Greenhouse-Blüten, Qualität die ich so noch nicht gesehen hatte.
Mein Ofen war kaputt.
Also hab ich mich erinnert: Hitzekontrolle ist alles bei der Decarboxylierung. Kein Ofen, aber ein Herd. Ich hab mir ein Einmachglas gekauft, ein Wasserbad angesetzt, die Temperatur kontrolliert, eine Stunde gewartet.
Als ich das Glas aufgemacht hab, war ich komplett geflasht. Der Geruch. Das Terpenprofil, vollständig erhalten. Nicht verbrannt, nicht grün, nicht chemisch. Die Blüte, so wie sie ist.
Ich hab für die Jungs gekocht. Einen Glasnudelsalat, bei dem die Sesamnote das Terpenprofil der Blüte perfekt unterstützt hat. Beim ersten Probieren war die Reaktion eindeutig. Das kannten die nicht. So hatte Cannabis in der Küche noch nie geschmeckt.
Die wollten ein Patent anmelden. Ich hab es ausgearbeitet. Die Abmachung war klar: ich bin als Erfinder genannt.
Sie haben meinen Namen nicht reingeschrieben.
Der Absturz
Ich war fassungslos und wütend. Also hab ich gesagt: ich mach mein eigenes Ding. Ich brauch euch nicht.
Ich hab eine Firma gegründet. Canafood. Wollte Lebensmittel mit CBD rausbringen. Hab alles reingeworfen was ich hatte. Und bin damit gegen die Wand gefahren, so richtig.
Ich hab in dieser Zeit fast alles verloren was mir wichtig war. Menschen, Beziehungen, Vertrauen. Es hat dreieinhalb, fast vier Jahre gebraucht um wieder einigermaßen zurückzukommen.
Zurück
Jetzt bin ich als Coby zurück. Von Tag zu Tag stabiler und stärker. Mit dem Handwerk das ich in den besten Küchen Deutschlands gelernt hab. Mit einer Methode die ich selbst entwickelt hab, in der Küche, mit einem kaputten Ofen und einem Einmachglas.
Dieses Jahr ist das fünfte Jubiläum dieses Moments.
Das Buch ist das Ergebnis davon. Nicht von einem Autodidakten der gerne backt. Sondern von einem Koch der weiß was er tut, der einen langen Weg hinter sich hat, und der jetzt bereit ist das weiterzugeben.
Qualität statt Quantität. Das war immer mein Ding. Das bleibt mein Ding.
Rechtlicher Hinweis: Die Inhalte dieser Website und des Buches dienen ausschließlich Informationszwecken. Die Herstellung von THC-haltigen Lebensmitteln unterliegt den jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen deines Landes. Die Verantwortung liegt bei dir.